Behalten Sie die Wirtschaftlichkeit im Auge.

Sie müssen zuerst Ihr Geschäftsmodell verstehen, bevor Sie es mit Daten und Analytik optimieren können. Aus der geplanten Optimierung resultierende Anwendungsfälle müssen sich wirtschaftlich lohnen. Beides bedarf einer systematischen Analyse von kritischen Faktoren. Bei beidem hilft Ihnen das Geschäftsmodell/-fall Canvas.

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Sind Sie bereits Leser unseres Blogs, kennen Sie wahrscheinlich schon den letzten Artikel unserer Beitragsserie zum Datentreiber-Designkit. Dieser stellte das Analytik-Anwendungsfall Canvas vor, welches dabei hilft, ein analytisches Problem aus Nutzersicht herauszuarbeiten.

Neben eben dieser Erwünschtheit (desirability) durch den Anwender und der technischen Machbarkeit (feasibility), ist die Wirtschaftlichkeit (viability) das dritte Kriterium, unter welchem Sie Ihre Daten und Analytik-Projekte beleuchten sollten. Das Geschäftsmodell/-fall Canvas, welches wir Ihnen im vorliegenden Artikel vorstellen, widmet sich eben diesem Kriterium.

Das Geschäftsmodell/-fall Canvas ist ebenfalls von einer bekannten Vorlage, dem Business Model Canvas, inspiriert. Es wurde von Datentreiber auf die Anforderungen von datengetriebenen Geschäftsmodellen bzw. Anwendungsfällen adaptiert und reiht sich somit nun nahtlos in das Toolkit der Datentreiber-Methode ein.

Mehr zur Methode können Sie entweder mittels der kostenfreien Tutorials auf Creatlr oder im Rahmen eines der von Datentreiber angebotenen Seminare erfahren.

Starten Sie mit einem Geschäftsmodell oder Geschäftsfall.

Mit dem Geschäftsmodell/-fall Canvas können Sie unter anderem folgende Aufgabenstellungen bearbeiten:

  • Herausarbeiten, wie Daten und Analytik Ihr bestehendes Geschäftsmodell unterstützen.
  • Erarbeiten von neuen datengetriebenen Geschäftsmodellen.
  • Analysieren von Geschäftsmodellen Ihrer Kunden, um diesen neue und innovative Produkte oder Dienstleistungen anbieten zu können.
  • Prüfen, ob ein analytischer Anwendungsfall auch einen Geschäftsfall darstellt.

Wie Sie anhand der oben skizzierten Aufgabenstellungen erkennen können, ist Ihr Startpunkt entweder auf der Ebene eines Geschäftsmodells oder der eines Geschäftsfalls.

Ein Geschäftsmodell („business model“) beschreibt wie eine Organisation Mehrwert für Kunden erzeugt und Gewinn erzielt bzw. zumindest dabei entstandene Kosten deckt (zum Beispiel im Falle von Non-Profit Organisationen). Ein Geschäftsfall („business case“) hingegen zeigt auf, wie beispielsweise ein (einzelnes) Projekt einen monetären Mehrwert erzielt.

Grob gesagt ist ein Geschäftsfall also ein kleines Geschäftsmodell. Dementsprechend kann das Geschäftsmodell/-fall Canvas auch für beides verwendet werden.

Sowohl Geschäftsmodelle als auch Geschäftsfälle können generisch mit den gleichen Komponenten modelliert werden, welche für Ihren Erfolg entscheidend sind:

  • Benutzer, Käufer und Entscheider der (Analytik-) Lösung
  • Lösungen und Nutzen für die oben genannte Gruppe durch die Lösung
  • Kanäle, über die Benutzer, Käufer und Entscheider erreicht werden, sowie die Art der Beziehungen zu ihnen
  • Ressourcen, Aktivitäten und Partnerschaften, die notwendig sind, um die Lösung bereitzustellen
  • Umsätze und Vorteile sowie Kosten und Risiken der Lösung

Alle eben erwähnten Komponenten sind auf dem Geschäftsmodell/-fall Canvas abgebildet. Sowohl beim Geschäftsmodell als auch beim Geschäftsfall empfiehlt es sich, die einzelnen Felder in einer bestimmten Reihenfolge durchzuarbeiten:

  1. Beginnen Sie mit den Benutzern und Käufern bzw. Entscheidern der Lösung.
  2. Arbeiten Sie sich über die Beschreibung der Lösung und Ihres Nutzens zu den Kanälen und Beziehungen, welche Sie zu Ihren Stakeholder-Gruppen haben.
  3. Machen Sie sich Gedanken zu den benötigten Ressourcen und Partnerschaften zur Umsetzung der Lösung.
  4. Definieren und quantifizieren Sie schlussendlich Umsätze und Vorteile sowie Kosten und Risiken.

Lohnt sich der Anwendungsfall?

Sie haben bereits mittels des Analytik-Anwendungsfall Canvas schon einige gute Anwendungsfälle identifiziert? Das ist der perfekte Ausgangspunkt, um diese nun mit dem Geschäftsmodell/-fall Canvas auf ihre Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Stellen Sie sich den kritischen Fragen zu den Erfolgsfaktoren der bereits skizzierten Lösungen!

Wer wird sie nutzen und wer das Geld dafür bereitstellen? Übernehmen Sie entweder die bereits auf dem Analytik-Anwendungsfall Canvas identifizierten Stakeholder oder führen Sie noch einmal eine detaillierte Analyse mit dem entsprechenden Canvas durch.

Auch bei Lösung und Nutzen können Sie von etwaiger Vorarbeit auf dem Analytik-Anwendungsfall Canvas profitieren und die entsprechenden Elemente übernehmen. Danach erarbeiten Sie über welche Kanäle die Nutzer Zugang zur Lösung erhalten.

Wenn Sie mit der rechten Seite des Canvas fertig sind, wenden Sie sich der linken Seite zu. Diese widmet sich der Frage was für den Betrieb bzw. den Aufbau der Lösung benötigt wird. Da Sie nicht alles selbst machen müssen, kann es sein, dass Sie dafür Partnerschaften mit externen Firmen eingehen.

Schlussendlich geht es an den unteren Bereich auf dem Canvas. Hier ist vor allem die Konkretisierung von Chancen und Risiken sowie deren Quantifizierung mittels Umsätzen und Kosten zentral. Nur dann haben Sie ein erstes Gesamtbild über die Wirtschaftlichkeit.

Gerade im unteren Teil werden Sie nicht darum herumkommen Annahmen zu treffen, da Ihnen wahrscheinlich noch keine Erfahrungswerte zur Verfügung stehen. Wichtig ist, dass Sie diese Annahmen dokumentieren und auf Ihrem weiteren Weg ständig verifizieren und verfeinern.

„Dokumentieren Sie kritische Annahmen beim Designen Ihrer Datenstrategie. Verifizieren und verfeinern Sie diese in regelmäßigen Abständen, sodass diese immer Ihren neuesten Wissensstand widerspiegeln.“

Wie wird Ihr Geschäftsmodell datengetriebener?

Fragestellungen und Vorgangsweise bei der Analyse eines Geschäftsmodells mittels des Geschäftsmodell/-fall Canvas ähneln sehr denen im vorherigen Abschnitt skizzierten beim Geschäftsfall.

Unterschiede liegen häufig in der Dimension der Fragestellung bzw. dem Fokuspunkt: während Sie beispielsweise beim Geschäftsfall über einen Nutzer oder eine Nutzergruppe nachdenken, beschäftigt sich die Modellierung beim Geschäftsmodell eher mit Kunden bzw. Kundengruppen. Die Beziehung zu den Kunden wiederum hängt stark von der Art des Geschäftsmodells ab. Eine wesentliche Unterscheidung ist hier unter anderem, ob es sich um ein B2C- oder B2B-Modell handelt.

Bedenken Sie außerdem, dass Sie beim Arbeiten mit einem gesamten Geschäftsmodell eventuell einen größeren Hebel haben was die Kosten Nutzen Relation betrifft. Ein Geschäftsfall hat gerade im analytischen Bereich eventuell sehr hohe Kosten für Anfangsinvestitionen (bspw. IT-Infrastruktur und Lizenzen). Allerdings können Sie das ausgleichen indem Sie von Anfang gleich mehrere gleichartig gelagerte Anwendungsfälle gesammelt betrachten.

Beim Fokus auf ein Geschäftsmodell können Sie neben dem bereits vorher erwähnten Stakeholder-Analyse Canvas noch zwei weitere Werkzeuge aus dem Datentreiber-Toolkit sehr gut für Detaillierungen verwenden:

  • Das Kundenkontaktpunkte Canvas: zur Identifizierung der Kundenkontaktpunkte bzw. Veranschaulichung des Kundenwegs („customer journey“). Übrigens: zu diesem Canvas gibt es auch bereits einen Beitrag auf unserem Blog.
  • Das Wertschöpfungskette Canvas: zur Modellierung und Analyse von Wertschöpfungsketten. Dies hilft, wenn die Aktivitäten zur Erstellung der Lösung selbst Teil eines komplexen Prozesses sind.

Fazit und Ausblick

Dieser Artikel gab Ihnen Überblick zur Arbeit mit dem Geschäftsmodell/-fall Canvas. Keine Scheu: probieren Sie es gleich mittels interaktivem Creatlr-Tutorial aus. Das funktioniert auch virtuell mit Ihrem Team.

Freuen Sie sich auch schon auf unseren nächsten Artikel zum Datenstrategie-Design: wir stellen Ihnen das Datenstrategie-Designguide Canvas vor. Dieses führt Sie strukturiert durch den Prozess der Planung von Datenstrategie-Workshops und macht diesen für Sie und Ihr Team (be-)greifbarer.

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Anmerkung: Verfasser dieses Beitrags ist unser Gastautor Martin Raffeiner, Geschäftsführer von datenbotschafter consulting.

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